Epigenetilk, Ernährung, Marcus Ratje Health&Fitness

Epigenetik oder der Einfluss auf unsere DNS

Was ist Epigenetik?

Unsere Zellen enthalten unsere DNS, also unsere Erbinformation und unsere Gene. Es heißt, unser Aussehen, unsere körperlichen Veranlagungen und auch unsere Krankheiten seien zu einem Großteil genetisch bedingt. Wir haben also keine Wahl. Oder?

Hier kommt die Epigenetik ins Spiel, denn neue Studien zeigen, dass wir unser Leben, unsere Gesundheit und unser Aussehen sehr wohl selbst in der Hand haben. Unsere Lebensweise kann bestimmte Gensequenzen aktivieren oder eben deaktivieren und genau dazu gehören Fettleibigkeit und vor allem unsere Gesundheit. Es kommt schlichtweg darauf an, welche Nähr- beziehungsweise Schadstoffe wir uns selbst zuführen.

Das Phänomen der dicken Mäuse

Ein Beispiel dafür wie einflussreich Nahrung auf unsere Genetik sein kann, zeigt das Experiment des US Krebsforschers Randy Jirtle an der University of Wisconsin-Madison. Er untersuchte gelbe Agouti-Mäuse, die ein Gen besitzen, das ihr Fell blassgelb statt dunkelbraun färbt, das Sättigungszentrum hemmt und sie anfällig für Krebs und Diabetes macht. Sie sind also gelb, fett und kränkeln, wie das Deutsche Ärzteblatt schreibt. Jirtle verabreichte den trächtigen Weibchen ein Spezialfutter mit Nahrungsergänzungsmitteln. Enthalten waren unter anderem Folsäure, Vitamin B12 und Cholin. Und ihre Nachkommen?  Die hatten zum großen Teil dunkles Fell, waren schlank und blieben gesund im Gegensatz zu den Jungtiere, deren Mütter normales Futter bekamen – sie waren gelb, dick und krankheitsanfällig.

Säugetierzellen können also epigenetisch programmiert und dauerhaft verändert werden. Doch dazu gehört nicht nur Ernährung. Auch Klima, Stress und Bewegung sind klare Einflussfaktoren. Das, was sich durch unsere Lebensweise beeinflussen lässt, nennt sich Methylierung der Zellen.

Die DNs-Methylierung

Die DNS-Methylierung ist die chemische Abänderung der Grundbausteine der Erbsubstanz einer Zelle. Selbst, wenn sich die Gene selber nicht verändern, werden bestimmte DNS-Abschnitte methyliert und dadurch deaktiviert. So können eineiige Zwillinge bei unterschiedlichen Lebensweisen, verschiedene Präferenzen für Krankheiten oder Aussehen aufzeigen. Wie? Die Methylgruppen docken an die jeweiligen DNS-Abschnitte an uns ziehen sich so mit den damit verbundenen Nukleotide, einem Grundbaustein der DNS zusammen. „Die so komprimierten DNS-Abschnitte sind nun nicht mehr lesbar. Die darauf codierten Informationen nicht zugänglich, “ laut bbszene.com. Doch das muss nicht sein.

Unsere Zellen werden innerhalb von sieben Jahren komplett ausgetauscht und erneuert, denn unser Körper ist dauerhaften Auf- und Abbauprozessen unterworfen. Diesen Auf-und Abbau kann man dementsprechend selbst beeinflussen und zwar in die von uns gewünschte Richtung. Hier spielen Ernährung und Training eine extrem große Rolle. Führen wir uns nicht die notwendigen Nährstoffe zu, werden wir krank, weil wir unsere Zellen krank machen.

Methylierung und der Krebs

EPIC, die größte Studie, die den Zusammenhang zwischen Krebs und Ernährung aufzeigt,  konnte einige der Verbindungen zwischen den Faktoren, die die Methylierung in der Ernährung und bei Krebs modifizieren, enthüllen. Mehr als eine halbe Million Menschen in zehn verschiedenen europäischen Ländern wurden hierzu untersucht. „Eine Studie an Patienten mit Magenkrebs stellte zum Beispiel eine Verbindung zwischen der Methylierung eines wichtigen Gens und dem Genuss von grünem Tea und Gemüse aus der Familie der Kreuzblütler her. Andere Forscher haben Folsäure und Alkoholkonsum mit der Methylierung an bestimmten Schlüsselgenen bei Darmkrebs verknüpft. Die Methylierung eines Gens, der bei Kopf- und Halskrebs eine Rolle spielt, steht ebenfalls mit einem niedrigen Folsäuregehalt der Nahrung in Verbindung,“ laut epigenome.eu. Auch hier zeigt sich also erneut wie groß der Einfluss von Ernährung auf uns und unseren Körper ist. Führen wir unserem Körper Schadstoffe zu, findet die Methylierung der Zellen statt. Daraus entstehenden unpassenden Informationen und unlesbare Codes für unsere Zellen: Wir werden immer anfälliger für Krankheiten.

Epienetik und Ernährung

Jeder weiß, dass Tabak und Alkohol schädlich für den Körper sind und Krebs verursachen können. Genau so UV- und Röntgenstrahlung oder Kunststoffe, wie Bisphenol A. Diese entscheiden aber nicht nur darüber wie anfällig wir für Krebs und andere Krankheiten sind, sondern auch wie schnell wir altern und auf welche Art und Weise.

So wie es Stoffe gibt, die unserem Körper schaden, können wir ihn aber auch in eine positive Richtung lenken und damit hin zu einem gesunden und leistungsstarken Leben. Auch, wenn die Forschung hier noch in den Kinderschuhen steckt, gibt es klare Indizien und somit Nahrungsmittel, die man in sein Leben integrieren kann, um es positiv zu beeinflussen. Dazu gehören zum Beispiel die natürlichen Chemikalien in umfermentierten Blättern von grünem Tee oder Polyphenol, ein sekundärer Pflanzenstoff, der unter anderem in Erdnüssen, roten Zwiebeln oder Weintrauben steckt. Generell gilt: Eine ausgewogene und vor allem naturbelassene Ernährung, Pestizide sind das Stichwort hier, führen auch zu einem gesunden und leistungsstarken Körper, der automatisch überschüssiges Fett verliert. Denn dazu reicht einfaches Kalorienzählen eben nicht, wie wir euch schon berichtet haben.

In den nächsten Wochen, informieren wir euch im Detail über die verschiedenen Einflussfaktoren. Wenn ihr bis dahin fragen habt, meldet euch bei uns, zum Beispiel zur Gesundheits– oder Ernährungsberatung.