Der Kalorien Mythos

Mittlerweile ist es den meisten klar: So was wie der BMI ist Quatsch. Denn Körpermasse, und somit zum Beispiel Muskeln, heißt nicht gleich ungesundes Körperfett und somit Übergewicht. Ein Bodybuilder hat, um das Ganze zu verdeutlichen, durch das hohe muskelbedingte Gewicht im Vergleich zur Körpergröße einen hohen BMI und wäre demnach übergewichtig. Die Rechnung geht einfach nicht auf. Worauf es aber eigentlich ankommt ist der Fettanteil des Körpers und den würden viele gerne runterschrauben.

Kalorienzufuhr = Gewichtsabnahme?

Um den Fettanteil zu reduzieren, muss man sich vernünftig ernähren und seine Kalorienzufuhr begrenzen. Am Besten so auf 1600 kcal am Tag, wie uns die hiesigen Fitness- und Lifestyle-Zeitschriften erklären. Dann klappt das mit dem Fettabbau von ganz allein. Oder etwa nicht?!

So lange man einen gesunden Stoffwechsel hat, was bei dem Großteil der Bevölkerung schlichtweg nicht der Fall ist, mag eine begrenzte Kalorienzufuhr zu anfänglichen Ergebnissen führen. Irgendwann stagniert das Ganze dann. Was wird uns empfohlen? Cheat-Days. Essen bis der Arzt kommt. Alles und Jeden.

Betrachtet man das Ganze vom gesundheitlichen Standpunkt, wird einem das Paradoxon eigentlich direkt klar. Wir sollen unseren Körper erst unterernähren, was meist nicht nur einen Nährstoffmangel herbeiführt, sondern auch noch den Stoffwechsel schädigt, um ihn dann an einem Tag völlig zu überfordern und zu überzuckern. Kalorienzähen ist also vielleicht nicht die Lösung des Problems.

Hormone sind das Stichwort

Was noch hinzukommt ist, dass das Kalorienzählen bei manchen von vornherein nicht funktioniert. Denn es geht eben nicht nur um die Kalorien-Menge. Unser Körper ist komplexer. Es geht um die Hormonbalance, um die Funktionsfähigkeit unserer Organe und darunter ganz vorne dran dem Darm. Denn hat man zum Beispiel eine Darmdysbiose, wo die guten und schlechten Bakterien im Darm in völligem Ungleichgewicht sind, funktioniert das mit dem Abnehmen schon mal gar nicht.

Woran es tatsächlich nicht liegt ist das Alter. Ja, es heißt, desto älter man wird, desto schlechter der Stoffwechsel. Ja, es heißt man nimmt immer mehr zu und schwieriger wieder ab. Und ja, das Ganze ist Blödsinn – zumindest bis zu einem bestimmten Grad. Auch hier sind Hormone das Stichwort. Denn selbst, wenn sich die fettabbauenden Hormone im Alter verringern, kann man das Ganze aufhalten und kontrollieren oder sogar durch gesunde Ernährung umkehren. Das lässt sich unter anderem an der Tierfütterung erkennen, wo Östrogene eingesetzt werden, um mit weniger Futter eine schnellere Gewichtszunahme zu erreichen. Oder im Bodybuilding, wo eben nicht das Training sondern Steroide, und damit wieder Hormone, die Arbeit verrichten.

Kalorienzählen allein reicht also nicht. Es ist ein Mythos. Um wirklich und dauerhaft sein Wunschgewicht zu erreichen und Fett abzubauen, braucht es einen gesunden Körper, der mit seinem Hormonhaushalt im Einklang ist.